Latium

Die Region Latium (it. Lazio) liegt an der Westküste Mittelitaliens, war einstmals Kerngebiet des Römischen Weltreiches und ist heute ein Gebiet, in dem man schon die Augen verschließen muss, um nicht unwillkürlich auf Schritt und Tritt über Spuren und Zeugnisse der Geschichte zu stolpern.
Im Westen grenzt die Region an den als Tyrrhenisches Meer bezeichneten Abschnitt des Mittelmeeres, im Norden an die Regionen Toskana und Umbrien, im Osten an die Abruzzen und im Süden schließen sich Molise und Kampanien an.

Selbstverständlich bietet die lange Mittelmeerküste von Latium mit ihren feinen Sandstränden, dem tiefblauen Meer und den pittoresken Küstenstädtchen alles, was der Badeurlauber und Pauschaltourist begehrt, doch liegt der besondere Reiz der Region sicherlich in ihrer Landschaft, dem beinahe unerschöpflichen Angebot an Kunst und Kultur und vor allem den zahlreichen Sehenswürdigkeiten im Hinterland.

Wer Latium bereist, der findet in den Albaner Bergen und ihren zahlreichen Vulkanseen ein Idyll vor, welches zum Erholen, Baden oder Wandern einlädt. Auch der Papst, dessen Sommerresidenz sich im am Albaner See gelegenen Castel Gandolfo befindet, weiß die Vorzüge und vor allem die Ruhe zu schätzen, die sich hier – nur knapp 25 km von der Großstadthektik Roms entfernt – finden lässt.

Weitere Sehenswürdigkeiten der Region sind das berühmte Kloster Montecassino, welches bei einem der längsten Schlachten des zweiten Weltkrieges komplett zerstört und später neu errichtet wurde und die bezaubernden Villen Villa d’Este und Villa Adriana in Tivoli, die die UNESCO in ihrer Liste der Welterbestätten aufnahm.

Dreh und Angelpunkt der Region ist Italiens Metropole und Hauptstadt Rom, in der etwa 2,7 Millionen Einwohner leben und deren Gründung, der Sage nach, auf das Jahr 753 v. Chr. und die von einer Wölfin gesäugten Stadtväter Romulus und Remus zurück geht. Allein schon die Sehenswürdigkeiten der Stadt am Tiber aufzulisten, die selbst einem gigantischen Freilichtmuseum gleicht, würde mehrere Seiten in Anspruch nehmen. Zu den bekanntesten und sehenswertesten gehören sicherlich das Forum Romanum, das Kolosseum, das Pantheon, die Engelsburg, der Trevi Brunnen, die Spanische Treppe, der Vatikan mit dem Petersdom und dem Petersplatz, die Sixtinische Kapelle, die Piazza Navona und die Piazza del Popolo. Selbst eine Rom Städtereise von 4 Wochen – geschweige denn ein Lastminute-Kurzurlaub – würde nicht ansatzweise ausreichen, allein die bekanntesten Touristenmagneten gebührend in Augenschein zu nehmen. Darüber hinaus bietet Rom auch noch ein Füllhorn an kulturellen Veranstaltungen, lockt mit zahlreichen Museen und dem vielfältigen und abwechslungsreichen Nachtleben – das Angebot ist schier unerschöpflich.

Aufgrund seiner historischen Vergangenheit, weiß die Küche Latiums sämtliche Einflüsse der verschiedenen Regionen Italiens in sich zu vereinen. Von klassischen Pasta-Gerichten, bis hin zu Fleischspezialitäten aus dem Süden und Käsevariationen aus dem Norden gibt es hier alles, was das Herz des Feinschmeckers begehrt. So reich Latium an kulturellen Schätzen und Sehenswürdigkeiten ist, so unermesslich ist auch die Bandbreite der Speisen.

Das Wetter in Latium ist – für Mittelitalien typisch – in den Sommermonaten recht heiß und im Winter vergleichsweise mild. Hervorragende Badetemperaturen herrschen vom Frühling bis in den Herbst. Im Hochsommer kann eine Besichtigungstour schon einmal zu einem äußerst schweißtreibenden Unterfangen geraten. Besonders in Rom, mit seinen vielen steinernen Bauten, erhitzt sich die Luft in den Mittagsstunden des Hochsommers extrem. Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Hierfür bedarf es nicht einmal des Mitführens von schweren Wasserflaschen. In Rom – und auch in anderen Städten – liefern zahlreiche Trinkbrunnen kühlende Erfrischung.