Abruzzen

Die Abruzzen - obwohl geographisch in Mittelitalien gelegen, doch historisch bedingt zu Süditalien gezählt, ist eine jener Regionen Italiens, die noch bis vor wenigen Jahren kaum touristisch erschlossen waren, nun aber eine rasante Aufholjagd beginnen. Zwischen den Marken im Norden, Latinum im Westen, Molise im Süden und im Osten an der Adriaküste gelegen, erstreckt sich die Region Abruzzen auf einer Fläche von knapp 11.000 Quadratkilometern. Die Abruzzen sind ein wahres Naturparadies, wo kahle und karstige, schneebedeckte Berggipfel in eine grüne Wiesenlandschaft übergehen, an der sich wiederum hüglige und teilweise dicht bewaldete Gebiete anschließen, deren grüne Vegetation direkt bis an die flache Küste der bläulich schimmernden Adria reichen. Kaum irgendwo anders lässt sich ein Urlaub am Meer mit Wandertouren im Hochgebirge und einem außergewöhnlichen Kulturprogramm so gut verbinden, wie in den Abruzzen - die mittlerweile nicht mehr nur bei Individual- und Öko-Touristen gefallen finden.

Naturliebhaber kommen in den Abruzzen besonders auf ihre Kosten – keine andere italienische Region weißt eine größere Fläche an Naturschutzgebieten auf. In den zahlreichen Nationalparks finden nicht nur Erholungssuchende auf zahlreichen Wanderwegen Ruhe und Entspannung, sondern auch – leider all zu selten gewordene – einheimische Tiere. So lassen sich mit etwas Geduld und Glück wieder angesiedelte Wölfe, Braunbären, Gämse, Luchse oder Wanderfalken in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten. Eines dieser Naturschutzgebiete ist der Nationalpark Gran Sasso, der zu Fuße des Gran Sasso d’Italia liegt. “ Der große Fels Italiens” ist touristisch gut erschlossenes Bergmassiv, dessen höchster Gipfel, der Corno Grande gleichzeitig der höchste Berggipfel des Apennins – jenes 1450 Kilometer langen Gebirgszuges, der Italien von Nord nach Süd durchzeiht.

Das Wetter in den Abruzzen gestaltet sich recht unterschiedlich. Herrscht an dem etwa 160 km langen Küstenstreifen eher ein mediterranes Klima vor, mit milden wintern und heißen, trockenen Sommern, so ist es im hochgelegenen Hinterland, auch im Sommer, vergleichsweise kühl. Wobei “vergleichsweise” immer noch 25 Grad und mehr bedeuten kann. Was viele Urlauber in den Abruzzen vergessen: Gerade auf Trekking oder Wandertour im Gebirge ist auf den Sonnenschutz zu achten, wenn man nicht eine verbrannte Schulter als Urlaubssouvenir mit nach Hause bringen möchte.

Im Winter sind die Abruzzen ein ideales Ski- und Wintersportgebiet mit Schneefallgarantie, dass zudem noch nicht so überlaufen ist, wie die alpinen Wintersportorte.

In den Gebirgigen Abruzzen bieten unzählige kleine und große Schlösser und Burgen Anreiz, sie zum Ziel oder zur Zwischenetappe eines Wanderausflugs zu machen. Besonders die Provinzhauptstadt L’Aquila, wo die Zahl 99 eine ganz besondere Rolle spielt, glänzt nicht nur mit ihren schmucken Bauten, sondern auch durch ihr vielfältiges Angebot an kulturellen Veranstaltungen.

In den Abruzzen, wo traditionell bäuerliche Küche auf maritime Einflüsse stößt, konnte sich eine Fülle an Gerichten und Spezialitäten entwickeln, die gleichwohl ungewöhnlich, als auch einzigartig sind – nichtsdestotrotz aber hervorragend munden.