Islands Vulkan sorgt für Flugverbote, Flughafensperrungen und ratlose Reisende in Europa

Linien und Urlaubsflieger bleiben am Boden, zahlreiche nordeuropäische Staaten verhängen ein Flugverbot – was war geschehen?

Seit einigen Tagen stößt der auf Island gelegene Vulkan Eyjafjallajökull unablässig Aschewolken über 10 Kilometer weit in die Atmosphäre. Durch den Nordwind begünstigt erreichte diese, für das menschliche Auge nicht erkennbare Aschewolke Kontinentaleuropa und Großbritannien, woraufhin die für den Flugverkehr in den jeweiligen Ländern zuständigen Organe ein Flugverbot über betroffene Zonen verhängten. Sowohl Starts als auch Landungen von Flughäfen im Einzugsgebiet der Aschewolke, wie etwa den Großflughäfen Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und Berlin, waren fortan untersagt. Vom Flughafen München starten momentan noch Flieger und sind Landungen möglich.

Der Grund für das Flugverbot ist ein Zwischenfall in den 80er Jahren, wo eine britische Passagiermaschine auf dem Weg nach Australien über Indonesien durch die Aschewolke eines ausgebrochenen Vulkan flog, und daraufhin sämtliche Triebwerke der 4-Motorigen Boing ausfielen, sowie die Cockpitfenster durch Partikel der durch die feinen Ascheteilchen abgeschmirgelten Lackierung blind wurden. Nachdem das Flugzeug damals den Einzugsbereich der Aschewolke verließ, ließen sich die Triebwerke zum erleichtern aller Passagiere wieder starten – sie kamen mit dem Schrecken davon.

Ob die Aschewolke, die momentan über Europa zieht, jedoch ähnliche Auswirkungen haben könnte, darüber herrscht Uneinigkeit bei den Experten. Es gibt schlichtweg keine validen Messdaten, ab wann die Dichte oder Beschaffenheit einer vulkanischen Aschewolke modernen Flugzeugen gefährlich werden kann. Bis zur näheren Klärung bleiben die Flieger in Deutschland wohl vorerst am Boden.